Viele Emotionen

Manuela S.

Vorab entschuldige ich mich für meine eher ausschweifenden Erzählungen, aber es stecken für mich persönlich so viele Emotionen dahinter.

Im Herbst 2007 habe ich mit der Rhetorik-Akademie begonnen. Warum?
Ich habe mich im November 2004 als gewerbliche Buchhalterin & Personalverrechnerin selbständig gemacht. Aufgrund von positiver Mundpropaganda konnte ich relativ schnell einen kleinen aber feinen Klientenkreis vorweisen, aber ich hatte immer wieder das Gefühl, bei Besprechungen mit z.B. Banken, Finanzamt, u.s.w. nicht für  „voll genommen“ zu werden. Das hat mich richtiggehend immer stärker gewurmt. Dieser innerliche Frust wurde immer mehr und mehr, sodass ich mich dazu entschlossen habe, für mein Auftreten und meine Sprache etwas zu unternehmen.

Meine Urlaube für 2007 und 2008 wurden gestrichen, sodass ich mir die Kosten der Rhetorik-Akademie damals leisten konnte. Ich habe voller Enthusiasmus begonnen und wurde sehr schnell heruntergeholt. Aufgrund der Rückmeldung der Rhetorikleiterin nach dem ersten Rhetorik-Seminartag hatte ich einiges seelisch zu kämpfen und zu beißen. Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben. So habe ich auf schnellsten Weg für mich beschlossen, mit der nicht gerade sehr sensiblen Kritik zu arbeiten.
Es war nicht immer leicht, die Kurse und die damit verbunden Stern-Stunden als auch die Peer-Gruppen-Übungsabende zu besuchen.
Folgende positiven privaten und beruflichen Punkte konnte ich durch die Absolvierung der Rhetorik-Akademie für mich feststellen:
  a.) Ich habe es geschafft, vom ersten Abend der Rhetorik-Akademie bis zur Abschluss-Präsentation 3 Kleidergrößen abzunehmen.
  b.) Kleider machen Leute ---> das wusste ich schon früher, aber jetzt weiß ich, dass es ganz wichtig ist, als Business-Unternehmerin auf die Farbe und den Schnitt der Kleidung zu achten.
Ich bin immer wieder selber nach wie vor überrascht, was die Farbe und der Schnitt ausmachen.
  c.) Ich habe es geschafft, einem Klienten, bei dem bereits die Gewerbebehörde der Landesregierung Salzburg das Gewerbeschein-Entziehungsverfahren einzuleiten begonnen hat, zu "retten". Er konnte sich zum damaligen Zeitpunkt (Winter 2007/2008) aus finanziellen Gründen keinen Anwalt mehr leisten. Ich wollte auch nicht, dass er alleine zur Gewerbebehörde der Landesregierung muss, so bin ich gemeinsam mit ihm hingefahren, habe alles versucht, was ich in der Rhetorik-Akademie bis zu diesem Zeitpunkt gelernt habe umzusetzen - mit Erfolg - was mich heute nach wie vor wundert. Ich konnte eine Fristverlängerung aushandeln. Innerhalb dieser Fristverlängerung habe ich dann die Buchhaltung soweit aufbereitet, dass sie optisch eine vernünftige Basis abgibt, habe Ratenansuchen gemeinsam mit meinem Klienten an das Finanzamt, die GKK und an die SVA gestellt. Mit den positiven Rückmeldungen der Ratenansuchen und mit der aufbereiteten Buchhaltung bin ich wieder zur Gewerbebehörde marschiert. Der Sachbearbeiter war so positiv angetan, dass für eine 6-Monate-Frist das Entziehungsverfahren ausgesetzt wurde. Nach der 6-Monate-Frist, konnte ich nachweisen, dass die Ratenzahlungen immer pünktlich beglichen wurden, konnte ich eine vernünftige und aktuelle Buchhaltung vorlegen, sodass das Entziehungsverfahren eingestellt wurde.

Dieser Klient lebt nach wie vor. Wir benötigen in der Zwischenzeit keine Ratenansuchen mehr, die Buchhaltung ist immer aktuell.
  d.) Weiters habe ich es in der Zwischenzeit geschafft, meine Besprechungen für mich so zu erleben, damit ich von meinem Gesprächspartner „als voll genommen“ werde.
  e.) Ich habe in der Rhetorik-Akademie auch gelernt, nicht alles so hinzunehmen, wie es sich viele wünschen, auch wenn es Kursvortragende oder Wirtschaftskammer-Vorsitzende sind.
  f.) Weiters weiß ich jetzt im Mai 2009,
    a.. dass ich von Herbst 2007 bis jetzt insgesamt 5 Kleidergrößen abgenommen habe,
    b.. mich meine Gesprächspartner für voll nehmen,
    c.. ich meinen Klientenstock soweit ausgebaut habe, dass seit einiger Zeit eine Teilzeitkraft mir zur Seite steht und mich unterstützt, denn gemeinsam sind wird stärker,
    d.) dass Farbstil und Schnitt (Kleidung und Haare) vieles ausmachen - auch wenn das viele nicht glauben,
    e.) nicht nur dieser eine im Winter 2007/2008 gerettet Klient froh ist, dass ich für ihn arbeite, sondern mittlerweile einige andere ebenfalls in letzter Sekunde gerettete Klienten froh sind, dass wir gemeinsam eine Lösung finden konnten,
    f.) dass es immer wieder Menschen gibt, die berechtigt und unberechtigt kritisieren,
    g.) dass ich zwar einiges hinnehme, aber nicht alles, auch wenn viele Menschen mit der Gegenargumentation nicht umgehen können,
    h.) dass ich auch Klienten kündigen muss, wenn ich das Gefühl habe, dass wir nicht einen gemeinsamen Weg und ein gemeinsames Ziel verfolgen,
    i.) ich habe aber für mich gelernt, mit berechtigter Kritik zu arbeiten um für mich wieder was dazuzulernen,
    j.) dass ich für viele Menschen denen ich bereits begegnet bin bzw. denen ich irgendwann begegnen werde keine angenehme „Zeitgenossin“ war bzw. bin bzw. sein werde,
    k.) dass es immer wieder lustig ist, Menschen auf der Straße oder beim Einkaufen oder im Kaffeehaus als „Arbeitsutensil“ zu verwenden ---> d.h. das Erlernte der Rhetorik-Akademie auszuprobieren – das ist der absolute Wahnsinn wie all jene darauf reagieren ohne es zu wissen (leider mein Freundeskreis nicht mehr so richtig
- da kommt mittlerweile die Rückmeldung "sind wir jetzt wieder Versuchskaninchen").
 

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