„Visionen bringen Qualität ins Leben“
Univ-Prof. Dr. Werner Mussnig, Leiter des Universitätslehrgangs „Business Management MAS“ im WIFI Salzburg hielt vergangene Woche einen Vortrag zum Thema „Die Qualität deiner Ziele definiert die Qualität deiner Zukunft“.
Die SW hat ihn zur Bedeutung von Zielen und Visionen befragt.
SW: Warum sind Visionen so wichtig?
Mussnig: Visionen sind nichts anderes als langfristige Ziele und Ziele helfen uns dabei, uns zu orientieren. Außerdem halten sie uns dazu an, uns mit der Zukunft zu beschäftigen. Denn wir neigen dazu, uns aus unserer Vergangenheit heraus zu definieren und uns relativ wenig und unsystematisch mit der Zukunft zu beschäftigen. Eine Vision ist nicht anderes als ein systematisches Erarbeiten von Zukunftskonzepten.
SW: Was soll man mit seinen Visionen machen?
Mussnig: Sich intensiv mit ihnen beschäftigen. Wenn man keine Bilder und Visionen hat, dann wird sich relativ wenig im Leben verändern und wenn, dann nur von außen gesteuert. Es geht nicht darum, sein Leben bis zum letzten Zentimeter durchzuplanen, das funktioniert auch nicht. Aber mit der inneren Kraft in Verbindung bleiben, seine Vision im Auge behalten und seinem Weg nicht untreu werden, darauf kommt es an.
SW: Heißt das, Visionen sind wichtig, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen?
Mussnig: Ich glaube, dass zwischen Vision und dem Selbstwert ein Zusammenhang besteht. Wer keine Visionen hat, neigt dazu, sich zu günstig zu verkaufen. In unserer Welt geht es nicht nur darum, einen Wert zu entwickeln und Fähigkeiten aufzubauen. Es geht auch darum, diesen Wert zu verkaufen und sich zu positionieren. Visionen helfen uns, klarer zu sehen, wo wir hinwollen, für etwas einzutreten und unsere Energie zu bündeln.
SW: Sind Visionen lebensnotwendig?
Mussnig: Sie sind nicht überlebensnotwendig, aber notwendig, um mehr Qualität in unser Leben zu bringen.
SW: Wird die Bedeutung von Visionen unterschätzt?
Mussnig: Das glaube ich schon. Eine Vision alleine verändert mein Leben zwar nicht. Sie ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für Veränderung. Eine Vision muss man leben. Sich nur kurzzeitig damit zu beschäftigen, bringt’s nicht. Wichtig ist, den Menschen bewusst zu machen, dass man Visionen haben darf und soll.
SW: Welche Rolle spielen Visionen im Management?
Mussnig: Es ist wichtig, dass Unternehmen eine gewisse Ausrichtung erfahren. Visionen sind vergleichbar mit Magneten. Wenn man zu einem Eisenstück einen Magnet gibt, dann entsteht scheinbar Kraft, weil sich Elektronen in eine Richtung ausrichten. Wenn man den Magneten weggibt, richten sich die Elektronen wieder in unterschiedliche Richtungen aus. Visionen helfen dem Unternehmen sich auszurichten und durch diese Ausrichtung entsteht Kraft.
SW: Inwiefern hängen Visionen und Selbstbewusstsein zusammen?
Mussnig: Das ist eine Wechselwirkung. Visionen leisten einen Beitrag zum Selbstwert und der Selbstwert liefert einen Beitrag zu Visionen. Denn wenn man sich in eine andere Lebensphilosophie hineinarbeitet, nicht nur mit negativen Dingen aus der Vergangenheit, sondern mit positiven Dingen in der Zukunft beschäftigt, dann hat das auch ganz deutliche Auswirkungen auf den Selbstwert.
SW: Leadership ohne Visionen – funktioniert das?
Mussnig: Leadership ist mit Visionen untrennbar verbunden. Man kann Leadership nur leben, Menschen begeistern und mitziehen, wenn man eine Vision hat.
SW: Wie wird eine Vision zur Mission?
Mussnig: Zunächst ist es so, dass ich eine Vision brauche, um eine Mission zu entwickeln. Aber eine Vision ist ein In-Sich-Hineinschauen. Ein Mission Statement dagegen ist das, was nach außen gerichtet ist, und hat eine ganz andere Funktion und Zielrichtung. Ich glaube, das wird häufig verwechselt. Im Unternehmen sollte ich die Vision auf jeden Fall kommunizieren, was ich aber nicht unbedingt machen sollte, ist damit nach außen zu gehen und diese zu den Kunden zu tragen. Univ-Prof. Dr. Werner Mussnig, Leiter des Universitätslehrgangs „Business Management MAS“ im WIFI Salzburg hielt vergangene Woche einen Vortrag zum Thema „Die Qualität deiner Ziele definiert die Qualität deiner Zukunft“. Die SW hat ihn zur Bedeutung von Zielen und Visionen befragt.
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