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Vom Praktikanten bis zum Restaurantleiter, vom Barkeeper zum Trainer: Sascha Riepl hat in der Gastronomie viele Stationen durchlaufen und dabei seine Leidenschaft für die Barkultur entdeckt. Heute arbeitet er im Ginhouse in Zell am See und gibt sein Wissen als Trainer am WIFI Salzburg weiter.
Was ihn an seinem Beruf besonders begeistert? Die Kreativität, neue Drinks zu entwickeln, mit Aromen zu experimentieren und Menschen mit außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen zu überraschen. Auch im Unterricht steht für ihn die Praxis im Mittelpunkt: Wissen soll nicht nur vermittelt, sondern direkt angewendet und weiterentwickelt werden.
Dass er sein Handwerk beherrscht, bewies er kürzlich mit dem Titel des österreichischen Bar-Staatsmeisters. Im Interview erzählt Sascha, was einen guten Trainer ausmacht, warum der erste Barkeeper-Diplomkurs für ihn unvergesslich bleibt und weshalb die Begeisterung für den eigenen Beruf auch im Unterricht spürbar sein sollte.
Sascha, dein Werdegang in wenigen Sätzen
Mein Weg in die Gastronomie begann mit der Matura am Perau Gymnasium und anschließend mit dem Tourismus College an der Kärntner Tourismusschule. Danach war ich sieben Jahre im Berghof in St. Johann im Pongau tätig. Dort durfte ich mich Schritt für Schritt vom Praktikanten über Commis de Rang, Chef de Rang, Barkeeper und Barchef bis hin zum Restaurantleiter entwickeln und dadurch viele verschiedene Bereiche der Gastronomie kennenlernen.
Seit mittlerweile dreieinhalb Jahren bin ich im Ginhouse in Zell am See als Barkeeper tätig. Die Kombination aus klassischer Barkultur, Kreativität und meinem persönlichen Bezug zu den Alpen bietet mir dabei jeden Tag neue Möglichkeiten.
Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?
Ganz klar: die Kreativität und die Abwechslung. Ich liebe es, neue Drinks zu entwickeln und unseren Gästen damit besondere Erlebnisse zu bieten. Für mich geht es an der Bar nicht nur darum, einen guten Drink zu servieren, sondern darum, Menschen mit außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen zu überraschen und ihnen einen Moment zu schaffen, an den sie sich gerne erinnern.
Dein wichtigstes Tool im Unterricht?
Shaker und Rührglas – für mich die beiden wichtigsten Werkzeuge eines Bartenders. Gleichzeitig sind sie im Unterricht auch perfekt, um Theorie direkt in die Praxis zu übersetzen. Am Ende soll das Wissen schließlich nicht nur verstanden, sondern auch umgesetzt werden können.
Was sind die größten Herausforderungen als Trainer?
Die größte Herausforderung ist, einen Kurs für alle Teilnehmer interessant zu gestalten und gleichzeitig jeden dort abzuholen, wo er gerade steht. Jeder bringt unterschiedliche Erfahrungen, Vorkenntnisse und Erwartungen mit. Die Kunst ist es, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Einsteiger als auch erfahrene Kolleginnen und Kollegen etwas für sich mitnehmen können.
Ein Moment oder Erlebnis aus einem Training, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein erster Barkeeper-Diplomkurs. Es war unglaublich schön zu sehen, was die Teilnehmer bei der Prüfung aus den Inhalten und Techniken, die wir im Kurs gemeinsam erarbeitet hatten, entwickelt haben.
Zu sehen, wie aus vermitteltem Wissen plötzlich eigene Ideen, kreative Konzepte und grandiose Drinks entstehen, ist für mich einer der schönsten Momente als Trainer. Da merkt man, dass das Wissen wirklich angekommen ist und weiterentwickelt wurde.
Was bringt dich durch den Alltag als Trainer bzw. eine lange Arbeitswoche?
Kaffee – definitiv!
Und als perfekter Ausgleich die freie Zeit in den Bergen. Egal ob beim Skifahren oder Wandern: Die Berge geben mir die Möglichkeit, den Kopf freizubekommen, neue Energie zu tanken und gleichzeitig Inspiration für neue Ideen zu finden.
Was würdest du tun, wenn du kein Trainer geworden wärst?
Das ist tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten, weil ich mir nie wirklich einen komplett anderen Weg vorgestellt habe. Wahrscheinlich wäre ich trotzdem sehr stark in der Gastronomie geblieben – vermutlich mit noch mehr Zeit hinter der Bar.
Ich glaube, ich würde genauso viel Zeit damit verbringen, neue Drinks zu entwickeln, Aromen auszuprobieren und an neuen Ideen zu arbeiten. Denn genau diese Kombination aus Handwerk, Kreativität und dem Kontakt mit Menschen ist das, was mich an meinem Beruf so begeistert.
Dein Tipp für Trainerkolleg:innen?
Lasst euch den Spaß an der Arbeit anmerken.
Wir unterrichten, weil wir unseren Beruf lieben und weil wir unser Wissen und unsere Erfahrung gerne weitergeben. Genau diese Begeisterung sollten auch die Kursteilnehmer spüren. Wenn man mit Leidenschaft unterrichtet, Wissen nicht nur vermittelt, sondern dafür begeistert, bleibt am Ende viel mehr hängen.
Und vielleicht ist genau das die schönste Aufgabe als Trainer: nicht nur Wissen weiterzugeben, sondern die Begeisterung für den Beruf an die nächste Generation weiterzugeben.
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